Es gibt Grenzen
Ausstellung
bis 26. Oktober
2016 wurde LEGIDA immer größer und veränderte das zwischenmenschliche Leben in Leipzig. In den Medien dominierten entmenschlichende sprachliche Bildern von Migrant*innen. Dem wollten wir etwas entgegensetzen und gründeten unofficial.pictures. Mit unserer Arbeit schaffen wir Raum, um unterschiedliche, persönliche Perspektiven von Menschen zu erzählen, Empathie zu stärken und Verständnis untereinander aufzubauen.
Seitdem ist viel passiert, vielfältigere Stimmen sind hörbar geworden, migrantisierte Menschen haben sich Räume erkämpft und eigene Medien-Plattformen gegründet.
In den letzten Jahren beobachten wir in vielen Teilen der Gesellschaft eine Rückwärtsbewegung: Populistische Meinungsmache und rechtsextreme Kräfte sind wieder im Aufwind – der Ton untereinander ist rauer und verhärtet geworden.
Dem wollen wir mit Vielfalt und Dialog begegnen. Zur Eröffnung unserer neuen Räume zeigen wir Projekte aus den letzten Jahren mit vielfältigen Perspektiven auf Migration, Ankommen und Zugehörigkeit. Gemeinsam mit euch wollen wir weiterdenken, zuhören und uns austauschen – für eine solidarische Gesellschaft mit freien Menschen!
Herzlich Willkommen in unseren neuen Räumen in der Ernst-Mey-Str. 7a, Leipzig-Plagwitz!
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10:00 – 13:00, am Wochenende und Feiertagen nach Vereinbarung.
Vergangene Veranstaltungen


5. Juni 18:00 Uhr: Eröffnung mit Abendbrot, Redebeiträgen und DJ
7. Juni 19:30 Uhr: Update zu »KEINE RUHE« und zur aktuellen Situation an der Grenze Belarus-Polen
»KEINE RUHE« ist unsere Foto-Text-Zeitung aus dem Frühjahr 2022, in der wir Geschichten und Bilder von Menschen gesammelt haben, die die gefährliche Migrationsroute über Belarus und Polen überlebt haben – und bis heute keine Ruhe finden. Ihre Stimmen machen sichtbar, was an den Außengrenzen Europas geschieht.
Aus den Nachrichten ist die EU-Ostgrenze fast verschwunden und taucht nur vereinzelt auf. Dabei sind ihre Auswirkungen noch brutaler: Mehr Abschottung, mehr Gewalt, mehr Unsichtbarkeit. Am 7. Juni um 19:30 warfen wir deswegen einen Blick auf die aktuelle Situation. Aktivist*innen aus Polen haben von ihren Erfahrungen und dem Kampf gegen Repression berichtet.
Zusätzlich stellten wir unsere Zeitung »KEINE RUHE« vor.
8. Juni 19:30 Uhr: Zine-Vorstellung »Ein Blick über unsere Schulter, Einblick in unsere Perspektive« und anschließender Austausch
Text von den Macher*innen des Zines:
„Wir sind linke Jugendliche, die in der rechts-konservativen Kleinstadt Taucha in Nordsachsen aufgewachsen sind. Nur fünfzehn Minuten mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof Leipzig. Und trotzdem ist die Realität dort eine andere. Sich irgendwie anders fühlen, nicht auffallen wollen, Wachsam sein auf dem Nachhause-Weg, Angst haben. Im Zine „Ein Blick über die Schulter – Einblick in unsere Perspektive“ erzählen wir von unseren Erfahrungen.“
09. Juni 19:30 Vortrag und Austausch zur Fotoarbeit »Komplex : Heimat«
In der Fotoarbeit »Komplex:Heimat« untersucht Frieder seit 2018 die Konstruiertheit von Heimat am Beispiel von Sachsen und geht dabei auf aktuelle Ereignisse, markante Orte und geschichtliche Geschehnisse ein.
Nach Ausstellungen im Schloss und Stadtmuseum Hoyerswerda und zum f/stop Festival Leipzig konnte Frieder letztes Jahr eine kleine Vortragsreihe mit dem Projekt durch Sachsen starten. Nach Stationen in Annaberg-Buchholz, Freiberg und Aue-Bad Schlema wollte er nun auch in unserem eigenen Raum die Arbeit zeigen und darüber ins Gespräch kommen. Frieder erzählte anhand seiner Fotografien über die verschiedenen Orte und tauschte sich dabei mit den Gästen kritisch über Sachsen und die Bedeutung von Heimat aus.