Ein markiertes Viertel.



Das Projekt in Kürze
Eisenbahnstraße in Leipzig? Die Medien sind seit Jahren voll mit rassistischen und klassistischen Klischees dazu. Und wie um diese Stigmatisierung amtlich zu bestätigen wurde hier im November 2018 Sachsens erste Waffenverbotszone eingeführt.
Wir dachten: das nervt! Und interviewten Anwohner*innen aus den anliegenden Vierteln. Diese Gespräche haben wir zusammen mit anderen Texten und vielen eigenen Fotos in zwei Ausgaben unserer Zeitung „Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße“ veröffentlicht – um zu zeigen: die Eisenbahnstraße ist viel mehr! Und die Probleme, die es hier gibt, sind komplexer als die BILD oder ProSieben uns erzählen wollen.
Onlineausstellung
Das ist die Onlineversion von unserem Projekt. Ebenso wie die Zeitungen enthält es Interviews mit Anwohner*innen und verschiedene fotografische Strategien, sich den Vierteln rund um die Eisenbahnstraße, sowie den uns wichtigen Themen zu nähern. Dazu kommen einzelne Videoclips und in Zukunft eventuell Audioaufnahmen.
Zentrales Anliegen der Onlineversion ist wie bei den Zeitungen, die Stimmen derjenigen zu verstärken, die um gleiche Rechte oder überhaupt ihre Existenz und ihren Raum in der Gesellschaft kämpfen müssen. Diese Kämpfe zu unseren zu machen und dabei, wie es die Künstlerin-Aktivistin Ayşe Güleç formulierte, uns nicht vor sie zu stellen, nicht neben sie, sondern zu ihnen, ist unser Ziel. Die Themen sind dabei die gleichen wie in den Ausgaben der Zeitung: es geht um Racial Profiling, Verdrängungsprozesse, Alltag und strukturellen Rassismus.
Wir wünschen einen guten und nachdenklich machenden „Ausstellungsbesuch“!
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig.
ZeitungsAusgabe #1
Unsere Zeitung »Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße« ist eine dokumentarische aber parteiergreifende Untersuchung der Verhältnisse in den Vierteln rund um die Eisenbahnstraße im Osten von Leipzig, wo 2018 eine Waffenverbotszone eingeführt wurde. Im August 2019 veröffentlichten wir die Fotozeitung „Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße“, in der wir dem Stigma „Schlimmste Straße Deutschlands“ (ProSieben) ein differenziertes kritisches Bild entgegensetzten. Dafür führten wir lange Gespräche mit Anwohner*innen, verwendeten Videostills aus einschlägigen TV-Dokumentationen und eigene Bodycam-Aufnahmen. Besondere Orte im Viertel fotografierten wir mit einer Großformatkamera.
ZeitungsAusgabe #2
2020 haben wir eine 2. Ausgabe herausgebracht. Mit der Frage im Kopf, wie die voranschreitende Gentrifizierung im Viertel und der Hype um den „Gefährlichen Ort“ zusammengehören, haben wir in analytischen schwarz-weiß Aufnahmen Oberflächen und Hausfassaden der Viertel fotografiert. Da Google Street View bereits 2008 und 2009 die Viertel dokumentierte, konnten wir zum anderen einen Blick zurück werfen und vor dem Bildschirm nach eigenen Bildern suchen. In den Kommentaren auf Tripadvisor, Google Maps, booking.com und airbnb suchten wir nach Bewertungen einzelner Orte im Viertel, um die Absurdität des konsumierenden und bewertenden Blicks auf die Eisenbahnstraße hervorzuheben. Mit einer Kleinbildkamera dokumentierten wir zudem verschiedene Botschaften auf Häusern, Schildern und Situationen auf den Straßen. Wir haben die Begegnungen mit den Bewohner*innen in Portraits festgehalten, die einladen sollen, sich auf ihre Perspektiven einzulassen.
In unserem Store findest du die zweite Ausgabe der Zeitung „Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße“ und die jeweiligen Übersetzungen auf englisch, türkisch, arabisch und russisch.
Abzüge auf Barytpapier
Wähle eine aus den fünf angezeigten Großformatfotografien.
Diese vergrößern wir selbst im Fachlabor auf 40x50cm mit weißem Rand. Der Abzug ist handsigniert und auf eine Auflage von 3 Stück pro Fotografie limitiert. Kontaktiere uns bei Interesse.
medienecho
. Interview mit Radio Corax vom 23. Januar 2020
. Interview mit Sibel Schick für den Kreuzer vom 10. Februar 2020
. Interview mit Radio Blau, Leipzig vom 14. Februar 2020
. Artikel in der Leipziger (Internet-)Zeitung vom 16. Februar 2020
. Artikel bei ze.tt vom 1. März 2020
. Artikel in der Leipziger Zeitung vom 16.5.2021
. Interview mit Radio Corax vom 21.5.2021
. Interview mit Leipziger Zustände 2021
Veröffentlichung als Auszug in Querfeld Magazin #5, 2021
. Stadt und Rassismus: Analysen und Prspektiven für eine antirassitische Urbanität von Eckardt & Bouguerra (Hrsg.), 2021
Vergangene Veranstaltungen und Ausstellungen
Lesungen im Jahr 2020 im Pöge-Haus, adi, el libro, auf der radical book fair
Aus den langen Gesprächen der Zeitungen haben wir einige anregende Passagen gelesen und danach mit euch diskutiert: Was seht ihr für Probleme im Viertel? Was habt ihr für Erfahrungen mit Kontrollen in der Waffenverbotszone gemacht? Warum passiert so wenig gegen die Waffenverbotszone? Was muss sich ändern, damit sich alle sicher fühlen können im Viertel?
Ausstellung in der Hildegardstraße Leipzig
August 2019
Wanderausstellung mit „Kein schöner ___ in dieser Zeit “ in Annaberg-Buchholz, Döbeln, Weißwasser, Hoyerswerda
August – September 2019
Ausstellung in der Eisenbahnstraße Leipzig
Februar 2021
Ausstellung im Rabet Leipzig
Februar 2021
Ausstellung und Online-Programm als Teil der Biennale ART GO EAST „to collaborate“, SagArt e.V./online
Mai 2021
Ausstellung als SATELLIT des f/STOP Fotofestival, Salon der Villa Plagwitz
Juni – Juli 2021
Crowdfunding
Dank der Unterstützung von 120 Personen im Crowdfunding konnten wir die Zweite Ausgabe der Zeitung realisieren, die Ende Juli 2020 erschienen ist.